28./29.04.09 Laos: Luang Prabang

Tempel 2

Buddha

Luang Prabang ist ein Traum. Wir legen hier zwei Ruhetage ein und haben auch noch den Nachmittag unseres Ankunftstages – reichlich Zeit, um das religiöse und kulturelle Zentrum von Laos zu erkunden. Der Ort wird von vielen als Museum ohne Mauern bezeichnet. Überall stehen Tempel und Klöster, in der Altstadt gibt es kein einziges modernes Haus. Kolonialarchitektur und traditionelle laotische Gebäude prägen das Bild. Wer sich für buddhistische Kunst und Religion interessiert, gerät hier in einen Rausch.

Budhhas 2

Buddhas 3

Pagode

Aber selbst, wenn einen Tempel eher kalt lassen – die ganze Stadt ist ein Erlebnis für die Sinne. Trotz Touristen (zum Glück ist hier gerade Nachsaison und es gibt nicht so viele davon) fühlt man sich in Luang Prabang in eine andere Zeit versetzt. Umgeben von Dschungel und Bergen liegt der Ort am Mekong und hat sich dank Unesco seinen unvergleichlichen Charme bewahrt.

Indochina

Straßenbild

verwunschen

1995 wurde die alte Königsstadt in den Rang eines Welterbes erhoben. In letzter Minute konnten dadurch die Errichtung von großen Hotelkomplexen verhindert werden und auch die Pläne, die alte Königsstraße zur Duchgangsstraße der N13 auszubauen, wurden gestoppt. Die alten Tempel und historischen Gebäude wurden mit traditionellen Techniken restauriert. Heute ist Luang Prabang einer der romantischsten Orte Asiens, mit dem Zauber des Fernen Ostens. Wir haben uns in ein wunderschönes altes koloniales Haus am Mekong einquartiert und ich sitze gerade auf unserem Balkon unterm Deckenventilator und komme mir vor, wie in einem Indochina-Film der 50er Jahre. Selbst Bernd hat sich hier von sämtlichen Peninsula- und Grand Oriental-Hotel-Schwärmereien aus seiner dekadenten Vergangenheit verabschiedet und unser Hotel zu seinem neuen Favoriten erklärt. Na also. Waltraud und Fredi geben sich noch ein letztes Mal dem absoluten Luxus hin, bevor wir zu den laotischen Bergvölkern ganz im Norden und dann nach China fahren. Sie residieren in einer Hotelperle der Orient-Express-Hotels, zugegebenermaßen wunderschön. Aber ich ziehe den Blick auf den Mekong doch vor.

Parkplatz

Mekong

Kaum tritt man vor die Tür, ist man mitten im beschaulichen Geschehen.
Heute Morgen haben wir in der Dämmerung den Almosengang der Mönche beobachtet. Jeden Morgen ziehen hunderte von ihnen in ihren safrangelben Gewändern durch die Straßem und nehmen schweigend von den Gläubigen Speisen entgegen. Wer den Mönchen spendet, verbessert nach dem buddhistischen Glauben sein Karma und darf mit einem besseren Leben bei der nächsten Wiedergeburt rechnen.

Mönch

Mönche

Nach den zweieinhalb Tagen hier sind wir alle super entspannt und sehr gespannt auf die letzten Tage in den Bergen Laos, bevor wir uns Richtung Tibet aufmachen. Und auch ohne Wiedergeburt fühlen wir uns wie neugeboren. Besonders Bernd, Klaus und René, die soeben von einem Bad in einem Wasserfall zurückkommen. Eine kühle Erfrischung in tiefster Einsamkeit.

Wasserfall 2

Wasserfall 5

Wasserfall 4

26./27.04.09 Laos: Pakxan – Muang Khun – Luang Prabang

Fluss 1

„Bernd an alle: sucht Euch irgendwo eine Ausweichstelle“ – „Verstanden“. Gerade hat Bernd noch gesagt, hoffentlich kommt uns hier nichts entgegen, und prompt ist die Piste blockiert. Eigentlich herrscht auf unserer Strecke ein Verkehrsaufkommen gegen Null, doch die Holztransporter schaffen eine neue Statistik. Gerade treffen wir den ersten des Tages. Er steht in der nächsten Kurve auf der Schlammpiste, die wir gerade hoch fahren. Rückwärts geht es den schmalen Weg wieder bergab. Wird jetzt Laos im Rückwärtsgang das Motto des Tages?
Die Navigation klappt bisher hervorragend, obwohl wir anfangs auf Wegen unterwegs waren, die höchstens von Mopeds frequentiert werden. Echte Erstbefahrungen. Jetzt sind wir offensichtlich ins Terrain der Holzgiganten eingedrungen und es gibt richtige Fahrspuren – und eben auch Gegenverkehr dort, wo man ihn überhaupt nicht brauchen kann. Geradeaus Berg, rechts Dschungel, links Abhang und keine Ausweichmöglichkeit. Also zurück. Der LKW, der uns entgegenkommt ist eine gigantische Russenmaschine. Als er endlich vorbei ist, geht es weiter.

Holztransporter und Matsch

Holztransporter

Durch kleine Flüsse und Minidörfer, wunderschön. Irgendwann wird es mit der Navigation etwas komplizierter, weil die Karte überhaupt nicht mehr mit der Realität übereinstimmt. Doch in Kombination mit dem GPS, wo selbst die kleinen Flüsse eingetragen sind, klappt die Orientierung tadellos und es geht sehr gut weiter in unserer Richtung. Zwischendurch kreuzen wir kurz eine kleine Asphaltstraße und dann geht es wieder auf schmalen Pisten in die Berge. Ein absolutes Offroadhighlight. Irgenwann wird plötzlich die Strecke ziemlich schlammig. Die Fahrspuren werden immer tiefer und aufgewühlter, eine echte Herausforderung. Heute kommt auch Klaus´ Winde zum ersten Mal zum Einsatz, ein Einheimischer hat sich gnadenlos festgemacht.

Stecken

stecken 2

stecken  3

Unsere Gruppe schlägt sich wacker auf der folgenden Strecke, nur René versenkt es einmal und Fredi zieht ihn wieder raus. Bernd sagt, dass er so eine Strecke nur einmal erlebt hat, während der Regenzeit in Zaire. Wer das Auto warum auch immer verläßt, sieht lecker aus – ein wunderbarer Tag.

René Matsch

Schlamm

Unser Ziel heute ist die Ebene der Krüge bei Phonsavan. Dort stehen und liegen weit verstreut im Gras mehrere hundert oft übermannshohe Krüge mit einem Durchmesser von bis zu 2,5 Metern. Welche Völker diese Krüge hier aufgestellt haben und warum, ist bis heute ein Rätsel. Auch die Frage, woher das Material stammt, aus denen die Kolossalgefäße gemeißelt sind, konnte die Wissenschaft bis heute nicht beantworten.
Nach unserer Schätzung sollten wir etwa gegen Dämmerung dort sein, leicht verzögert wegen des unvermuteten Schlammes. Doch dann kommt alles anders. Erst gibt es Zwangspausen wegen Baustellenverkehrs (im letzten Tal wird die Piste verbreitert und es scheint, dass sämtliches Straßenbaugerät des Landes hier zusammengezogen wurde). Als wir die ersten Bagger passiert haben und wir glauben, dass die nächste Kreuzung inzwischen schon asphaltiert ist, bricht das blanke Chaos aus. Wir geraten in einen Konvoi von mindestens 20 Holztransportern, die sich durch die Schlammpiste kämpfen und kommen nur noch im Schneckentempo voran. Überholmöglichkeiten sind hier rar. Und zwischendurch immer wieder Bagger wie Außerirdische am Werk. Der vermutete Asphalt bleibt auch aus – es gibt dort, wo auf der Karte eine rote Straße mündet, noch nicht einmal einen Fußweg. Also weiter zwischen den Holztransportern. Bernd ist beeindruckt über ihre Fahrkünste auf dieser Schlammpiste. Sie arbeiten mit allen Tricks. Irgendwann bleibt dann aber doch einer bergauf liegen und der ganze Konvoi kommt ziemlich lange zum Stehen. Als der LKW endlich nach vielen Versuchen wieder frei ist, nutzen wir die Chance und ziehen an allen vorbei – um kurz darauf endgültig stehen zu bleiben. Ein Schlagbaum macht die Piste dicht. Dahinter wird im Hang auf mehreren Ebenen gebaggert. Einer der Arbeiter sagt mir, dass es mindestens vier Stunden dauern wird, bis wir hier durchdürfen. Inzwischen wird es dunkel, aber dieser Weg ist der einzige vorhandene. Wir stellen uns also vorm Schlagbaum auf, essen Schwarzbrot mit Leberwurst und hauen uns aufs Ohr. Erst in den Sitzen, doch dann schlagen wir das Dachzelt auf, wer weiß, wie lange das wirklich dauern wird.

schlafen

Um kurz nach drei Nachts kommt dann hektischer Betrieb auf, der Schlagbaum ist wieder auf. Drei Kilometer später sind wir auf Asphalt und kurz darauf in Phonsavan. Doch noch ist es dunkel und keiner hat Lust, darauf zu warten, bis es hell wird, um die Ebene der Krüge zu besuchen. Waltraud und Fredi waren schon mal dort, den anderen ist es egal und Bernd und ich sagen uns, es gibt ja auch das nächste Jahr. Wir fahren also durch nach Luang Prabang. Eine tolle Serpentinenstrecke auf Asphalt. Als es dämmert, sehen wir rundherum die wolkenverhangenen Berge. Wir kommen durch kleine Dörfer und in einem Marktflecken unterwegs gibt es Suppe zum Frühstück. Schon Vormittags kommen wir an in der alten Königsstadt am Mekong. Da hauen wir uns endlich richtig aufs Ohr.

25.04.09 Laos: Thakek – Pakxan

Mopedfahrer

Berge

See

Auf unserem Weg nach Norden fahren wir in einem großen Bogen durch das Karstgebiet ins Bergland. Eine wunderschöne Strecke auf kleinen Straßen.

filmen 1

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Pfützen

Berg

Dorf 1

Dorf 2

Mittags essen wir in einem kleinen vietnamesischen Restaurant und drei vollbepackte LKW mit Hunden machen vor unseren Tischen Pause. Die Tiere sind zum Export ins Nachbarland bestimmt und landen dort in irgendwelchen Restaurants.

Hunde 1

Hunde 2

Das Treffen mit den Hundetransportern hinterläßt Spuren. Als wir abends in Pakxan recht schlicht zu Abend essen (Fredi checkt die Lage und erzählt, dass in der Küche auf dem Boden gekocht wird), vergeht Waltraud nachhaltig der Appetit. Hund kam jedenfalls nicht auf den Tisch, sondern fritierter Mekongfisch und Schweinerippen. Etwas langweilig im Vergleich zu den kulinarischen Genüssen, die wir bislang hier hatten, aber essbar. Pakxan ist ein klassischer Durchgangsort, in dem selten Touristen stranden – dementsprechend schmal ist das Angebot. Normalerweise fahren die Leute nach Vientiane durch. Wir aber wollen von hier aus direkt nach Norden in die Berge. Ich gebe mich abends meiner Lieblingsbeschäftigung hin und darf die Strecke für den nächsten Tag abstecken. Es soll eine Offroad-Challenge werden und ich habe eine interessante Route ausgesucht. Bin gespannt, ob wir die kleinen Wege finden werden.