18.05.09: China/Tibet: Punsum – Kailash/Manasarovar See

18.05.09: China/Tibet: Punsum – Kailash/Manasarovar See
Noch knapp 200 Kilometer bis zum Kailash, dem heiligsten Berg Tibets. Eigentlich ein Katzensprung, doch die von unserem Guide versprochenen Tankstellen blieben bereits gestern aus und auch heute existiert die, die gleich hinterm Pass sein soll, einfach nicht. Bis zum Kailash haben alle genug Diesel an Bord, doch wenn dann wieder keine Tankstelle kommt, haben wir ein Problem. Am Kailash angekommen, bestätigt sich die Befürchtung: wieder nichts. Bernd wird ziemlich sauer. Jedes Auto von uns kann über 300 Liter tanken, was wir aber im Vertrauen auf Lungs Beteuerungen nicht gemacht haben. Auf den Schotter-Bergpisten muss man sich ja nicht unnötig mit Gewicht belasten. Lung ist das sehr peinlich und er wird sichtlich nervös. Offensichtlich war er schon länger nicht mehr auf dieser Strecke unterwegs und hat selbst auf Auskünfte vertraut. Im Notfall könnten wir zusammenkippen und ein Auto 300 Kilometer weiter zum Diesel holen schicken. Aber es tut sich dann doch eine Lösung auf. Eine private Tankstelle ? tanken zum doppelten Preis, aber sehr pittoresk. Der Diesel scheint allerdings mit Kerosin gestreckt zu sein, meint Bernd. Er hört ein leichtes Ventilklappern. Auch die Standheizung von Klaus mag den Diesel nicht. Aber wir werden so bis nach Ali kommen, wo die nächste garantierte Tankstelle ist.
Vorher allerdings genießen wir den Platz hier. Bernd war vor 10 Jahren schon einmal hier und hat sich damals geschworen, wiederzukommen. Der Mount Kailash, das „Schneejuwel“, ist DAS Pilgerziel in Tibet. Der Nabel der Welt. Hier entspringen der Indus, der Brahmaputra, der Sutlej und der Karnali. Südlich des Berges liegt der Manasarowar-See, ebenfalls heilig. Eine Pilgerreise hierher ist für Buddhisten in etwa so wie für Muslime die Pilgerfahrt nach Mekka. Nur dass die Pilgerei hier ungleich härter ist. Selbst motorisiert dauert die Fahrt ab Lhasa Tage. Die ganz harten Pilger gehen nicht nur zu Fuß, sondern schreiten die gesamte Anreise hierher mit Niederwerfungen ab. Dann folgt die sogenannte Kora, das Wandern um den Berg. 52 Kilometer ist die Strecke lang. Nach der 108. Umrundung des Kailash ist dem Pilger die Erleuchtung sicher. Bernd hat vor 10 Jahren eine Umrundung gemacht in anderthalb Tagen ? mir genügen die Erzählungen davon. Ich glaube, er hatte damals auf dem Pass schon so eine Art ?Erleuchtung? gehabt ? jedenfalls fühlten sich damals zwei tibetische Pilger verantwortlich und sorgten dafür, dass er weiterging. Er selbst meint, es gibt keinen Rausch, der dem berauschenden Gefühl nahekommt, dort oben zu sitzen.
Wir campen ca. 30 Kilometer entfernt am Ufer des heiligen Sees.

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