Bolivien: Lagunenroute und Chile: San Pedro de Atacama (03.09. – 04.09.15)

Es ist eine Symphonie der Farben. In feinsten Abstufungen tönen Braun, Blau, Rosa, Pastell. Die Lagunenroute südlich des Salar de Uyuni ist ein Traum. Jede Lagune prangt in einer anderen Farbe. Dazu Flamingos, teils schneebedeckte Vulkane und wunderschöne Felsformationen.

Lagunenroute 2 Flamingo Lagunenroute Laguna Colorada mit Spur Laguna Colorada FlamingosAm zweiten Tag auf dieser Strecke passieren wir Geysire und Fumarolen. Die Landschaft ist wie aus einer anderen Welt.

Geysir Geysir 2Bei unserer Ausreise von Bolivien nach Chile treffen wir auf den kleinsten Grenzübergang überhaupt. Besetzt ist das Häuschen von einem Immigration Officer, der hier ganz alleine Dienst schiebt. Er kommt aus Uyuni und 3 Tage im Monat darf er nur nach Haus, der Ärmste. Der Zollcontainer nebenan ist unbesetzt. Zu seinem Bedauern und unserem Leidwesen. Aber ein kleines Trinkgeld macht ihn kooperativ, er sammelt unsere bolivianischen Zolldokumente für die Autos ein und verspricht, sie ordnungsgemäß weiterzuleiten.

GrenzstationHinter der bolivianischen Grenze fahren wir eine Zeit durch Niemandsland. Jedenfalls scheint es so, denn die chilenische Einreise haben wir noch nicht gemacht. Und auch keine Häuser für deren Abwicklung gefunden. Dafür kommen wir nach einiger Zeit wieder auf eine Asphaltstraße. Links geht es nach Argentinien, rechts nach Chile.

Argentinien- ChileWir haben uns in der Gruppe zuvor entschieden, nicht mehr durch die argentinischen Anden zu fahren. Hendrik hat kein Ersatzrad mehr und die Zeit wird auch knapp. Also rechts und  den Berg runter. 2000 Höhenmeter Schussfahrt. Ich werde zwischendurch etwas unruhig. Wo bleibt das chilenische Grenzhäuschen? Was, wenn es aus unerfindlichen Gründen von der Kreuzung aus links lag? Was wenn wir mit Ohne-Turbo hier nachher wieder hochmüssen? Bitte nicht!

Nein, wir mussten nicht wieder hoch. Die Abfertigung findet direkt in San Pedro statt. Wir kaufen hier ein und verziehen uns so schnell wie möglich wieder aus der Stadt. Zumindest die Camper. Denn außer vielen Touristen und deren Vergnügungslokalitäten hat sie nicht viel zu bieten.  Die andere Hälfte von uns geht trotzdem ins Hotel und freut sich auf etwas Luxus.

Wir campen außerhalb des Ortes mit Blick auf das sagenhafte Valle de la Muerte. Na, wenn dieser Blick nicht Luxus pur ist!

Valle de la Muerte

Bolivien: Salar de Uyuni (02.09.15)

Es gibt sie also doch. Diese endlosen, glatten, trockenen Salzseen, über die man mit Begeisterung fahren kann. Der Salar de Uyuni – die größte Salzpfanne der Erde. Lang ersehnt und ein echtes Highlight.

Gruppe 1 kam ja schon in den Genuß, bevor sie gestern ihr Camp für uns wieder verlassen mussten. Sie fahren darum voraus zum Salzhotel, wo wir heute nächtigen.

Gruppe 2, die Versunkenen, genießt die neue Freiheit.

Totale UyuniEndlos erstreckt sich das gleißende Weiß. Während die anderen Hochgeschwindigkeitsfahrten machen (Maximalgeschwindigkeit 147 km/h, Zitat Waltraud über Funk: „Scheiß auf den Diesel, gib Gas!“) – legen wir einen gemütlicheren Gang ein. Allerdings hat unser Toyota mangels Turbo in dieser Höhe auch sichtlich ein Defizit.

ohne Turbo auf dem SalzseeMarco macht Filmaufnahmen mit der Drohne und anschließend sind natürlich die obligatorischen Fotos dran, die man hier so macht.

Salar de Uyuni Marco und Hendrik Salar de Uyuni Angela und BerndWir sind wieder versöhnt mit dem Salz. Allerdings – was sich unter dieser stabilen Kruste verbirgt, lässt einem wieder die Knie schwach werden. An einigen Stellen auf der Hauptpiste gibt es Löcher. Und wenn man reinschaut, sieht man noch nicht mal Matsch, sondern relativ klares Wasser. Ohne festen Grund in Sicht. Ohwei. Schnell weg.

SalzkrusteUnser Hotel am Rand des Sees ist komplett aus Salz gebaut, es ist sehr geschmackvoll. Nach ausgiebigen Duschen genießen wir erst den Sonnenuntergang über dem See – und dann das leckere Buffet.

Salar de Uyuni Salar de Uyuni 2

Bolivien: Neues vom Salzsee (01.09.15)

Es ist noch dunkel, als Hendrik und Günther losfahren, um die anderen zu treffen und hierher zu lotsen. Sie kommen überpünktlich zum Treffpunkt und wir hören bald über Funk, dass sie anrücken.

Der Plan ist, dass erst Marcos Landy befreit werden soll, da er relativ leicht ist und dann anschließend mit seiner Winde bei unserem Toyota helfen kann. Sein Auto steht mittlerweile so tief im Schlamm, dass sich das Heck schon festgesaugt hat. Mit viel Schaufelei und dem unermüdlichen Einsatz des Hijacks bekommen sie das Auto so weit hochgehieft, dass Sandbleche unter die Räder passen. Vorher wurden die Spuren noch mit Steinen ausgelegt, um etwas mehr Halt zu bieten. Es ist eine wirkliche Plackerei, und erst der Anfang. Die zusätzlichen Bergegurte werden an das Windenseil geknotet, damit Hendrik, der das Auto anziehen soll, möglichst weit entfernt stehen kann. Rund um Marcos Auto ist es nämlich sehr weich und Hendrik droht, sonst einzusinken. Hendrik stellt sich ebenfalls auf Sandbleche, um zu vermeiden, dass sich seine Räder eingraben. Die Taktik geht auf, Marco ist frei.

Bergung Marco Salzschlamm

Die komplette Bergeaktion dauert dann allerdings den ganzen Tag. Ich erspare jetzt alle Details. Aber bei dem Versuch, unseren Toyota freizuziehen, sackt Hendrik wieder ein und es dauert Stunden, bis er rauskommt. Günther fragt schon vorsichtig an, was wohl ein Hubschraubereinsatz zur Bergung kosten möge.

Hendrik steckt

Nicole und Annkathrin buddeln ebenfalls stundenlang unter unserem Auto rum – mit bloßen Händen baggern sie den Matsch heraus. Holz und Steine werden gesucht und kübelweise in die Spuren gekippt. Auch hier kommt der Hijack wieder ausgiebig zum Einsatz.

Bernd steckt

Schließlich und endlich zieht Marco mit seiner Winde und Verlängerung den Toyota Zentimeter für Zentimeter raus. Vier Leute sind damit beschäftigt, eine Fahrspur aus Sandblechen zu legen und rennen dauernd mit den Blechen von hinten nach vorne. Denn inzwischen ist die gesamte Fläche hier wie Pudding.

Am späteren Nachmittag schließlich sind alle Autos wieder frei und alle Menschen am Ende ihrer Kräfte. Es folgt noch ein Staffellauf über mehrere hundert Meter – wir haben unser Auto fast komplett ausgepackt, um es leichter zu machen. Jetzt muss der ganze Kram über den See zum Auto getragen werden.

Fazit: Lass Dich niemals von einem Salzsee foppen und freu Dich, wenn Du mit einer solchen Gruppe unterwegs bist.

Ihr seid echte Helden!