Bolivien: Neues vom Salzsee (01.09.15)

Es ist noch dunkel, als Hendrik und Günther losfahren, um die anderen zu treffen und hierher zu lotsen. Sie kommen überpünktlich zum Treffpunkt und wir hören bald über Funk, dass sie anrücken.

Der Plan ist, dass erst Marcos Landy befreit werden soll, da er relativ leicht ist und dann anschließend mit seiner Winde bei unserem Toyota helfen kann. Sein Auto steht mittlerweile so tief im Schlamm, dass sich das Heck schon festgesaugt hat. Mit viel Schaufelei und dem unermüdlichen Einsatz des Hijacks bekommen sie das Auto so weit hochgehieft, dass Sandbleche unter die Räder passen. Vorher wurden die Spuren noch mit Steinen ausgelegt, um etwas mehr Halt zu bieten. Es ist eine wirkliche Plackerei, und erst der Anfang. Die zusätzlichen Bergegurte werden an das Windenseil geknotet, damit Hendrik, der das Auto anziehen soll, möglichst weit entfernt stehen kann. Rund um Marcos Auto ist es nämlich sehr weich und Hendrik droht, sonst einzusinken. Hendrik stellt sich ebenfalls auf Sandbleche, um zu vermeiden, dass sich seine Räder eingraben. Die Taktik geht auf, Marco ist frei.

Bergung Marco Salzschlamm

Die komplette Bergeaktion dauert dann allerdings den ganzen Tag. Ich erspare jetzt alle Details. Aber bei dem Versuch, unseren Toyota freizuziehen, sackt Hendrik wieder ein und es dauert Stunden, bis er rauskommt. Günther fragt schon vorsichtig an, was wohl ein Hubschraubereinsatz zur Bergung kosten möge.

Hendrik steckt

Nicole und Annkathrin buddeln ebenfalls stundenlang unter unserem Auto rum – mit bloßen Händen baggern sie den Matsch heraus. Holz und Steine werden gesucht und kübelweise in die Spuren gekippt. Auch hier kommt der Hijack wieder ausgiebig zum Einsatz.

Bernd steckt

Schließlich und endlich zieht Marco mit seiner Winde und Verlängerung den Toyota Zentimeter für Zentimeter raus. Vier Leute sind damit beschäftigt, eine Fahrspur aus Sandblechen zu legen und rennen dauernd mit den Blechen von hinten nach vorne. Denn inzwischen ist die gesamte Fläche hier wie Pudding.

Am späteren Nachmittag schließlich sind alle Autos wieder frei und alle Menschen am Ende ihrer Kräfte. Es folgt noch ein Staffellauf über mehrere hundert Meter – wir haben unser Auto fast komplett ausgepackt, um es leichter zu machen. Jetzt muss der ganze Kram über den See zum Auto getragen werden.

Fazit: Lass Dich niemals von einem Salzsee foppen und freu Dich, wenn Du mit einer solchen Gruppe unterwegs bist.

Ihr seid echte Helden!

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